Jagd auf die Kritiker

Started by AribertDeckers, August 24, 2026, 01:22:56 PM

AribertDeckers

24.8.2026
Jagd auf die Kritiker


Wenn Jemand Journalisten kritisiert - sofort wird die Wagenburg sichtbar, sofort gibt es Gegenfeuer, sofort kommt aus den finstersten Löchern Kriechgetier.

Okay, das kennen wir. Politiker sind auch so. Und andere auch.

Aber das jetzt, das ist eine Bruderschaft ganz anderer Art: Politiker werden kritisiert - und schon feuern Journalisten auf die Kritiker. Die Journalisten, obgleich in ihrer verlogenen Welt strengstens neutral und "sie machen sich nicht mit einer Sache gemein", fallen über die Kritiker her. Anstatt sich die Kritik anzusehen, anstatt sie INHALTLICH zu be- und verarbeiten, fallen sie über die PERSON des Kritikers her.


Ein aktuelles Beispiel, der "Plagiatsjäger", Herr Weber, im Visier von Journalisten:


https://x.com/SprachPhilo/status/2091860112474361991

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,,Plagiatsjäger" @SprachPhilo

Ich decke ein Plagiat nach dem anderen in den bundesdeutschen Regierungen auf, und das sind die Fragen der laut Eigenangabe promovierten Redaktöse (meine Formulierung ist hier Absicht!) des #Tagesspiegel.

Nicht einmal den Namen der Kollegin von der SZ konnte sie richtig schreiben. Solche Fragen sind reine politische Agitation, jeder merkt sofort, woher der Wind weht.

Bislang habe ich Fragen in exakt diesem Stil erhalten von:

* Der Spiegel
* Correctiv
* Volksverpetzer
* NDR/Medienmagazin ZAPP
* Und nun vom Tagesspiegel

Das sind hasserfüllte Aktivisten. Mit Journalismus hat das nicht einmal am Rande etwas zu tun. Insofern passen sie eh gut in ein System, das eine Doktorarbeit wie die von Frau Badenberg hervorgebracht hat, die auch mit redlicher Wissenschaft nichts zu tun hat.

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https://pbs.twimg.com/media/HQfGqIhXgAAN2zw?format=png&name=900x900

2:08 PM · Aug 24, 2026
20.6K Views
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Der Text des Screenshots:

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1. Was ist Ihre Motivation und was Ihr Ziel, wenn Sie Publikationen von Politiker:innen nicht auf Auftrag hin, sondern aus Eigeninteresse prüfen?

2. Wie verhalten Sie sich dazu, dass die Journalistin Förderl-Schmidt in Folge Ihrer Vorwürfe in eine schwere psychische Krise geriet?

3. Haben Sie schon mal wissenschaftliche Arbeiten oder andere Publikationen geprüft, die von AfD-Mitgliedern oder AfD-Funktionären verfasst worden sind? (Falls ja: Zu welchem Ergebnis kam die Prüfung?)

4. Viele Medien unterstellen Ihnen eine Nähe zum politisch rechten Rand oder zur AfD. Wie stehen Sie zur AfD? Möchten Sie uns etwas zu Ihrer politischen Einstellung mitteilen?

5. Warum veröffentlichen Sie Gutachten/Vorwürfe in der regel kurz vor Wahlen oder wichtigen politischen Entscheidungen?

6. Es heißt, sie hätten sich mehrmals um eine Professur beworben, bislang aber keine bekommen. Streben Sie immer noch eine Universitätsprofessur an?
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Also, wenn die MICH fragen würden, da holte ich das große Holzbrett raus, das mit dem ergonomisch geformten Griff, und würde ins Stammbuch diktieren:


"1. Was ist Ihre Motivation und was Ihr Ziel, wenn Sie Publikationen von Politiker:innen nicht auf Auftrag hin, sondern aus Eigeninteresse prüfen?"

Gegenfrage:
Abgesehen davon, daß Sie für Geld arbeiten - ist Ihnen der Begriff "wissenschaftliche Neugier" in Ihrem Leben noch nie begegnet?


"2. Wie verhalten Sie sich dazu, dass die Journalistin Förderl-Schmidt in Folge Ihrer Vorwürfe in eine schwere psychische Krise geriet?"

Gegenfrage:
Warum fragen Sie nicht diese Journalistin, ob die bei ihrem damaligen Schreiben ihrer Werke darüber nachgedacht hat, welche Krise sie sich damit einbrockt?


"3. Haben Sie schon mal wissenschaftliche Arbeiten oder andere Publikationen geprüft, die von AfD-Mitgliedern oder AfD-Funktionären verfasst worden sind? (Falls ja: Zu welchem Ergebnis kam die Prüfung?)"

Gegenfrage:
Haben Sie schon mal wissenschaftlich gearbeitet?


"4. Viele Medien unterstellen Ihnen eine Nähe zum politisch rechten Rand oder zur AfD. Wie stehen Sie zur AfD? Möchten Sie uns etwas zu Ihrer politischen Einstellung mitteilen?"

Gegenfrage:
Wo ist Ihr politischer Nullpunkt, um den sich alle Ihre Texte drehen?


"5. Warum veröffentlichen Sie Gutachten/Vorwürfe in der Regel kurz vor Wahlen oder wichtigen politischen Entscheidungen?"

Gegenfrage:
Warum bringen Sie Ihre Meldungen in der Sache xyz heute und nicht erst in 4 Wochen?

Sagt Ihnen der Begriff "Aktualität" etwas?


"6. Es heißt, sie hätten sich mehrmals um eine Professur beworben, bislang aber keine bekommen. Streben Sie immer noch eine Universitätsprofessur an?"

Gegenfrage:
Spekulieren Sie auf den Job eines Moderators beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk? Oder wenigstens auf den des Chefredakteurs Ihres Blattes?

Was glauben Sie, was herauskommt, wenn man IHRE gesammelten Werke analysiert...?

AribertDeckers

#1
24.8.2026
Der Tagesspiegel: wirrer Geist oder Kritikerhass?


In obigem Post geht es um den Tagesspiegel, dessen unverschämte "Anfrage" ich dort zitiert habe. Um was geht es dem Tagespiegel wirklich?

In einem Artikel von heute, 24.8.2026, offenbart sich so einiges.

Die Wiedergabe ist aus juristischen Gründen ungekürzt.

https://www.tagesspiegel.de/wissen/forschergeist-oder-elitenhass-was-den-plagiatsjager-stefan-weber-antreibt-15964991.html

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Tagesspiegel

Wissen
Forschergeist oder Elitenhass?: Was den ,,Plagiatsjäger" Stefan Weber antreibt

Stefan Weber, Privatdozent an der Universität Wien, stellt in einer Pressekonferenz am 20. Mai 2026 ein Plagiatsgutachten zur Doktorarbeit von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) vor.

© IMAGO/Funke Foto Services, [ B]: TSP
Forschergeist oder Elitenhass?: Was den ,,Plagiatsjäger" Stefan Weber antreibt

Weber enttarnte so manchen akademischen Hochstapler in politischen Ämtern. Die Plagiatssuche hat der Wissenschaftler, der nie eine Professur bekam, zum Geschäft gemacht. Aber ist nur das Geld seine Motivation?

Von
Eva Murašov Martin Ballaschk

Stand: heute (24.8.2026], 18:36 Uhr

Der ,,Plagiatsjäger" Stefan Weber spielt nach den Regeln der Aufmerksamkeitsökonomie. Er weiß sich den Nachrichtenhunger der Medien zunutze zu machen: Seine Vorwürfe veröffentlicht er so, dass sie maximale Durchschlagskraft entfalten. Ob im Fall der US‑Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris, oder jetzt gegen Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) – Stefan Weber hat schon dutzenden Politikern vorgeworfen, in ihrer Doktorarbeit getäuscht zu haben. Meist genau im Wahlkampf oder im Vorfeld wichtiger politischer Ereignisse.

Ignorieren lässt sich dies nicht, dafür sind die Aufdeckungen zu gewichtig: etwa in einer Bundestagswahl, vor der Berufung einer Verfassungsrichterin, oder wie jetzt kurz vor der Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses.

Der österreichische Kommunikationswissenschaftler lebt davon, in wissenschaftlichen Arbeiten und Büchern abgeschriebene Textstellen nachzuweisen. Seine Gutachten würden im Schnitt 3000 Euro kosten, sagte er der ,,Zeit"; einmal habe er 24.000 Euro bekommen. Kontaktieren würden ihn oft Anwälte, weil die eigentlichen Auftraggeber anonym bleiben wollten.

Technisch gründliche Prüfung

,,Herr Weber dokumentiert im Allgemeinen sehr gründlich", sagt Gerhard Dannemann. Der Juraprofessor von der Humboldt-Universität Berlin ist auch bei ,,VroniPlag Wiki" aktiv, die von ehrenamtlichen Plagiatssuchenden getragen wird. ,,Man kann sich in aller Regel darauf verlassen, dass die dokumentierten Stellen sich so in der untersuchten Arbeit und der vermuteten Quelle finden lassen." Andere aus der Szene der Plagiatsprüfer teilen gegenüber dem Tagesspiegel diese Einschätzung.

Hat Berlins Justizsenatorin geschummelt? ,,Badenberg schreibt oft aus der Rechtsprechung ab, was aber kein Plagiat ist"

Weber verwendet für seine Prüfungen spezielle Software wie ,,Turnitin Similarity", die über einen Korpus von Milliarden von Texten verfügt: Inhalte aus dem Internet, wissenschaftliche Aufsätze, Bücher und studentische Arbeiten. Das Programm gleicht die fraglichen Stellen damit ab und spuckt Übereinstimmungen aus.

Die Fundstellen müssen Weber und sein sechsköpfiges Team anhand der Originalquellen einzeln prüfen: ob es sich um ein Zitat handelt, wie viel übernommen wurde, ob es ordnungsgemäß gekennzeichnet wurde. Alle Funde werden nach einem ,,Vier-Augen-Prinzip" verifiziert, schreibt Weber auf seiner Website.

Fragwürdige Einordnung

Manche kritisieren jedoch, dass Weber die Zahl der Plagiate in einer Arbeit absichtlich in die Höhe treibe. Er würde bei seinen Funden längere Abschnitte, die abgeschrieben sind, willkürlich in mehrere Fundstellen unterteilen, merkte etwa der Plagiatsexperte Jochen Zenthöfer zu Webers Badenberg-Gutachten an, über das der Tagesspiegel berichtete.

Auch wie Weber seine Funde inszeniert, lässt Zweifel an der Seriosität aufkommen. In den Medien und auf seinem Blog lässt er sich in markigen Worten darüber aus. Über Felor Badenbenbergs Doktorarbeit urteilte er: ,,Mit (rechts-)wissenschaftlichem Arbeiten hat das alles nicht einmal am Rande etwas zu tun." Den thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) bezeichnete Weber als ,,Wissenschaftssimulant".

,,Wir liegen in letzter Zeit zunehmend auseinander bei der Bewertung, was als Plagiat zu werten ist und was nicht", sagt Dannemann. ,,Da ist bei ihm für meinen Geschmack etwas zu viel Belastungseifer, in letzter Zeit auch politisches Kalkül im Spiel."

Was ist ein Plagiat?

Wer Inhalte, Ideen oder Formulierungen von anderen übernimmt und sie ohne ausreichende Quellenangabe als eigene Leistung ausgibt, begeht ein Plagiat. Dies umfasst auch sinngemäße Übernahmen, Übersetzungen oder Argumentationsstrukturen.

Ein Plagiat kann bewusst begangen werden oder durch Nachlässigkeit entstehen. Für die Bewertung ist entscheidend, wie umfangreich und systematisch Material kopiert wurde und ob eine Täuschungsabsicht erkennbar ist. Dennoch ist ,,Plagiat" kein einheitlich definierter Rechtsbegriff. Je nach Fall können das Urheber-, Prüfungs-, Hochschul- oder das Arbeitsrecht berührt sein.

Untersuchungskommissionen an den Unis bewerten Plagiatsvorwürfe anhand eigener Regeln und Verfahren und haben großen Ermessensspielraum. Diese Prüfungen sind in der Regel nicht öffentlich. Kritiker monieren, dass Entscheidungen so für Außenstehende nicht nachzuvollziehen sind.

Bei ,,VroniPlag Wiki", wo Dannemann sich beteiligt, müssen mindestens zwei Personen unabhängig voneinander eine verdächtige Textstelle dokumentieren, die anschließend diskutiert wird. Veröffentlicht werden nach eigenen Angaben nur solche mit Substanz. .

Nicht jede ungekennzeichnete Textübernahme gilt automatisch als Plagiat (siehe Infobox). Im Fall der Berliner Justizsenatorin ignorierte Weber offenbar, dass in den Rechtswissenschaften bestimmte Formulierungen als ,,Allgemeingut" gelten und man Gesetzestexte fast wortgleich verwenden kann, ohne sie direkt zitieren zu müssen.

Der Wissenschaftler, der keine Professur bekam

Angesichts der Masse an Texten, in denen der ,,Plagiatsjäger" porträtiert oder interviewt wird, ist klar: Die Selbstvermarktung geht auf. Webers Eigenbeschreibung ist aber, wie bei allen Medienprofis, mit Vorsicht zu genießen.

Weber beschreibt sich als einen Forscher (,,ich nenne meine Arbeit auch Quellenarchäologie"), den allein die Suche nach Erkenntnis und Wahrheit antreibe. ,,Blog der Ehrlichkeit" hat er seine Website betitelt. Auf die Frage, ob ihn bei der Prüfung von Politiker-Publikationen der Wunsch antreibe, Macht auszuüben und Karrieren zu verhindern, antwortete er der ,,FAZ", es sei ,,reines Interesse".

Man kann Weber, auch wenn sein Fehlersuchen wohl ein lukratives Geschäft ist, noch immer zu den Akademikern zählen, die sich für wissenschaftliche Integrität einsetzen.

Andere Plagiatssucher halten aber Distanz zu ihm. Der Jurist Dannemann etwa sieht Webers Vorgehen in den Fällen Mario Voigt und Brosius-Gersdorf kritisch. Beide Prüfungen waren von der AfD beauftragt. Dannemann sagt, Weber habe die Vorwürfe ,,so kurz vor einer politischen Wahlentscheidung publik gemacht, dass fast keine Zeit einer Reaktion blieb".

16 Mal wurden nach Webers Angaben infolge seiner Plagiatsprüfungen Doktortitel aberkannt.

Im Fall Alexandra Föderl-Schmidt nahm die Plagiatsjagd ein dramatisches Ende. Weber warf der damals stellvertretenden Chefredakteurin der ,,Süddeutschen Zeitung" vor, ,,ihre Karriere auf der Lebenslüge einer plagiierten Doktorarbeit" aufgebaut zu haben. Die Zeitung stellte sie vorerst von ihren Aufgaben frei. Förderl-Schmidt wurde vermisst gemeldet – und wurde dann stark verkühlt unter einer Brücke gefunden. Das rechte Portal ,,Nius" hatte Weber für das Gutachten bezahlt.

Auf die Folgen hin angesprochen, äußerte er sich in der Presse betroffen.

In Webers Kritik am unsauberen Arbeiten, an Betrügereien und Wegsehen in der Akademia mischten sich zuletzt auch kulturpessimistische, rechtspopulistische und muslimfeindliche Töne. Er beklagt sich etwa über ,,Wokeismus", spricht über ,,Mainstream-Medien", und hält es für einen ,,Weg in die Diktatur", dass die EU erwägt, Jugendlichen unter 13 Jahren Internetnutzung ohne Aufsicht zu verbieten.

Prüfstellen für die Wissenschaft

Hierzulande bietet das Ombudsgremium für die wissenschaftliche Integrität in Deutschland bei Konflikten mit Bezug zur guten wissenschaftlichen Praxis vertrauliche Beratung und Vermittlung an und prüft Arbeiten bei Verdacht auf Plagiat.

In Österreich, wo Stefan Weber geboren ist, gibt es ebenfalls eine nationale Agentur für wissenschaftliche Integrität, die mit externen Gutachtern arbeitet. Auch sie arbeitet vertraulich. Es geht darum, die juristisch schwer nachweisbare Täuschungsabsicht zu prüfen. Dabei werden die Zitierstandards der jeweiligen Fächer berücksichtigt.

Laut der Ankündigung des Westend Verlags geht es in Webers 2027 erscheinendem neuen Buch (,,Wissen statt Woke") um dessen ,,Erfahrungen mit dem Linksruck an österreichischen und deutschen Universitäten und dem Siegeszug der zweifelhaften Gender Studies". Seit den 68ern herrsche an den Unis ,,Ideologie statt Empirie, Haltung statt Fakten, Diversität statt Qualität", lautet dort die These.

Dass der habilitierte Kommunikationswissenschaftler selbst von den Unis abgewiesen wurde, ist bekannt: Mehrfach soll er sich um eine Professur beworben haben, nie hat es geklappt.

Nähe zu Rechtspopulisten?

Weber betont zwar immer wieder, dass die politische Einstellung seiner Kunden für ihn unerheblich sei; er habe Aufträge von den Grünen, den Linken und der AfD angenommen.

Es fällt aber auf: Bislang sind von ihm keine Plagiatsvorwürfe gegen Spitzenpolitiker von AfD oder FPÖ, der rechtsnationalen Partei in Österreich, bekannt.

Auch hat Weber keine Scheu, zusammen mit Vertretern des extremrechten Spektrums öffentlich aufzutreten, etwa im Mai dieses Jahres auf einem Podium mit dem thüringischen AfD‑Chef Björn Höcke. Er habe seinen Vortrag im Juni 2026 beim ,,Freiheitlichen Akademikerverband Salzburg" sehr wohl gehalten, verkündete er in seinem Blog. Zuvor hieß es in der ,,FAZ" irrtümlich, Weber habe den Vortrag abgesagt, nachdem ein Bekannter ihm mitgeteilt habe, der Verein sei rechtsextrem.

Der Tagesspiegel hatte Stefan Weber für diesen Artikel angefragt, um sich unter anderem nach seiner Motivation bei den Plagiatssuchen, seiner politischen Einstellung und seiner Haltung zur AfD zu erkundigen (siehe Infobox). Weber antwortete darauf lediglich: ,,Lecken Sie mich bitte am Arsch. Diese Fragen haben mit Journalismus nichts zu tun, das ist politische Agitation." Er beantwortete keine der sechs Fragen.

Die Fragen des Tagesspiegels

Folgende Fragen stellte die Redaktion Stefan Weber. Damit wollte sie ihm auch Gelegenheit geben, sich zu Punkten zu äußern, die in Presseberichten und Interviews thematisiert wurden.

    Was ist Ihre Motivation und was Ihr Ziel, wenn Sie Publikationen von Politiker:innen nicht auf Auftrag hin, sondern aus Eigeninteresse prüfen?
    Wie verhalten Sie sich dazu, dass die Journalistin Förderl-Schmidt infolge Ihrer Vorwürfe in eine schwere psychische Krise geriet?
    Haben Sie schon mal wissenschaftliche Arbeiten oder andere Publikationen geprüft, die von AfD-Mitgliedern oder AfD-Funktionären verfasst worden sind? (Falls ja: Zu welchem Ergebnis kam die Prüfung?)
    Viele Medien unterstellen Ihnen eine Nähe zum politisch rechten Rand oder zur AfD. Wie stehen Sie zur AfD? Möchten Sie uns etwas zu Ihrer politischen Einstellung mitteilen?
    Warum veröffentlichen Sie Ihre Gutachten/Vorwürfe in der Regel kurz vor Wahlen oder wichtigen politischen Entscheidungen?
    Es heißt, Sie hätten sich mehrmals um eine Professur beworben, bislang aber keine bekommen. Streben Sie noch immer eine Universitätsprofessur an?

Durchmischte Bilanz

Nach eigenen Angaben hat Weber 1000 Arbeiten geprüft, mehr als hundert davon habe er als Plagiate eingestuft.
16 akademische Grade wurden demnach rechtskräftig aberkannt, darunter die der österreichischen Arbeitsministerin Christine Aschbacher oder des thüringischne Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU).

Anders bei Grünen-Politiker Robert Habeck, dem damaligen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) oder Frauke Brosius-Gersdorf, ehemals Kandidatin für das Amt einer Verfassungsrichterin: In diesen Fällen bestätigten die Unis die Plagiatsvorwürfe nicht.

90 Mal oder öfter wurde nach der Plagiatsprüfung durch ,,VroniPlag Wiki" ein Doktortitel aberkannt.

,,VroniPlag Wiki" scheint eine bessere Trefferquote zu haben, was den Titelentzug nach Plagiatsprüfung betrifft. Mindestens 90 Personen wurde nach der Arbeit der Plattform der Doktor aberkannt. Lässt man sich als Stichprobe die Liste der geprüften Arbeiten nach Einrichtungen ordnen, sieht man: In allen fünf der an der Freien Universität geprüften Fälle wurde der Doktor entzogen. An der Humboldt-Universität sind es zwei von sieben, an der Charité verlor eine zweistellige Zahl von Akademikern ihren ,,Dr. med".

Dass die Qualitätssicherung in der Wissenschaft ausbaufähig ist, diese Kritik ist in der Szene anschlussfähig. Webers Wirken bietet den Anlass, bei Vorzeigekarrieren genauer hinzusehen – auch das kann man begrüßen.

Wenn Webers Enthüllungen aber nur selten dazu führen, dass Unis Titel aberkennen, lässt sich das nicht mit einem zu großen Spielraum erklären, den die Gutachter haben. Es spricht eher dafür, dass Webers Vorwürfe bei genauerer Betrachtung oft in sich zusammenfallen.

Dieser selbst sieht sich auch hier von den Unis betrogen. Der ,,Tiroler Tageszeitung" sagte er mal, es sei ein ,,fortgesetzter Rechtsbruch, wenn die Titel trotz meiner Beweise bestehen bleiben".
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"Durchmischte Bilanz
Nach eigenen Angaben hat Weber 1000 Arbeiten geprüft, mehr als hundert davon habe er als Plagiate eingestuft."

"90 Mal oder öfter wurde nach der Plagiatsprüfung durch ,,VroniPlag Wiki" ein Doktortitel aberkannt."
",,VroniPlag Wiki" scheint eine bessere Trefferquote zu haben, was den Titelentzug nach Plagiatsprüfung betrifft."

Was hier wie ein Leistungsvergleich, also als ein NACHWEIS der Qualität des Kritikers, dargestellt wird, ist schlichtweg eine hinterhältige Frechheit.

Entscheidend für den Entzug des Doktortitels sind IN DER MASSE folgende Dinge:

1. Das, was überhaupt untersucht wird.

Wenn es eine Untersuchung ergibt, diese aber kein Plagiat findet, dann findet sie eben keines.

Wenn ein Analytiker einen Text zur Analyse bekommt, dann bekommt er ihn eben. WAS er als Analysematerial bekommt, sagt nichts über seine Qualität aus.



2. Wenn ein Plagiat gefunden wird, liegt es  an der Universität, wie diese damit umgeht. Darauf hat der Kritiker keinen Einfluß, sondern die innere Wagenburg der Universität und die Schwere des Plagiats.

Wenn also 2 oder mehrere Analytiker sich des Plagiats verdächtige Texte vornehmen, dann ist das aus einem riesigen Haufen von Texten eine Auswahl. Was in diese Auswahl hineinkommt, ist das, was hineinkommt. Was hineinkommt, sagt nicht das mindeste über die Qualität des Analytikers aus.

Wenn eine Universität einen Doktortitel aberkennt, sagt das nicht nur etwas über den untersuchten Text aus, sondern vor allem auch über die Integrität dieser Universität. Auf die hat der Kritiker keinen Einfluß.

Mit anderen Worten: Was der Tagesspiegel wahrheitswidrig als einen Leistungsvergleich darstellt, ist in Wahrheit akuter Blödsinn der Redaktion. Hieß es nicht einmal, in längst vergangenen Zeiten, ein Zeitungsverlag hätte eine Schlußredaktion? Vielleicht sollten wir die, falls überhaupt noch vohanden, interviewen...?